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In diesem Beitrag zeige ich dir eine effektive Übung, die dir zu Zeit und gedanklichen Raum verhilft, um nicht automatisiert, sondern bewusst zu reagieren.

Ich zeige dir die Übung anhand einer Alltagssituation, die sicherlich jede*r von uns schon mal erlebt hat 😉

“Wenn da nur nicht dieser eine Pulli wäre…”

Vor allem in Zeiten des Klimawandels sollten wir unser Konsumverhalten überdenken (wobei Konsum ja auch gerade jetzt ein präsentes Thema ist – von Hamsterkäufen bis leere Einkaufsstraßen und -regale).
Plastik sparen, weniger Fleisch essen, mehr regionale, saisonale und faire Produkte kaufen, auf faire Produktionsbedingungen bei Klamotten und Schuhen achten, den Coffee-to-go-Becher, die Taschen für Gemüse und Brot und die Boxen für Käse und Wurst selbst mitbringen. Überhaupt sollte jede*r weniger konsumieren. Wenn du dich für Achtsamkeit interessierst, wirst du hier sicherlich zustimmen.

Und dann ist da aber dieser eine unglaublich schicke Pulli, dieses eine neue Paar Sneaker, der Salat im Supermarkt um die Ecke, der schnell noch gekauft werden muss und in Plastik eingepackt ist, dieses unglaublich mega gute, brandneue, mit phänomenalen Features ausgestattete Smartphone und erst die Kamera!
Und unser Konsumteufelchen schreit ganz aufgeregt: “kaufen kaufen kaufen!!! Jetzt jetzt jetzt!!! Will haben haben haben!!! Endorphiiiineeee!!! Schmetterlinge im Bauch!!! Außerdem ist es jetzt viel zu stressig noch zum Biosupermarkt zu gehen, um den Salat im Gemüsebeutel zu kaufen und überhaupt, du hast gar keinen Gemüsebeutel dabei!”

Und dein schlechtes Gewissen schüttelt nur den Kopf und ist zutiefst enttäuscht, dass du dich wieder hast hinreißen lassen. Tztztz…

Was dir hier hilft, ist das Üben von Achtsamkeit.

Das Konsumthema ist nun eins der „leichteren“ Themen. Folgende Übung kann dir jedoch immer helfen, wenn du von deinen Gedanken überrannt und von deinen Gefühlen übermannt wirst. Sie hilft dir, Abstand zur Situation zu gewinnen und gibt dir Raum zu überlegen, wie du alternativ handeln könntest. In diesem Abstand wirst du vermutlich eine andere Entscheidung treffen.

Wenn du in der oben beschriebenen Situation bist (oder in einer anderen), dann schließe für einen Moment deine Augen (wenn es dir unangenehm ist, kannst du sie natürlich auch geöffnet lassen). Atme ein, zwei Mal tief ein und aus.

Und dann nimm jeden einzelnen Gedanken wahr, der dir durch den Kopf geht und sage dir (mental): Da ist der Gedanke, dieser Pulli würde mich wirklich glücklich machen, so einen habe ich noch nicht. Da ist der Gedanke, mit diesem Smartphone könnte ich noch schönere Fotos machen und mein altes ist mittlerweile so langsam. Da ist der Gedanke, das nächste Mal nehme ich ganz sicher mein Gemüsenetz mit.
Ersetze meine Sätze durch deine Gedanken und lasse sie ziehen.

Und dann nimm deine Gefühle wahr und sage dir: Da ist dieses aufgeregte Kitzeln in meinem Bauch. Da ist dieses Glücksgefühl. Da ist der Wunsch, mich zu belohnen.

Wichtig ist, dass du sagst bzw. denkst “Da ist…” und nicht “Ich bin…” oder “Ich werde … sein“. Sage dir anstatt “Ich bin glücklicher, wenn ich mir dieses Paar Schuhe kaufe” – “Da ist das Gefühl, ich könnte glücklicher sein, wenn ich diese Schuhe kaufe”.
Besonders deutlich wird dieser Unterschied bei als unangenehm empfundenen Gefühlen, wie z.B. Wut. An der Stelle von “Ich bin wütend, weil mein Chef mich wieder kritisiert hat” kannst du dir sagen “Da ist Wut darüber, dass mein Chef mich wieder kritisiert hat.”
Spürst du den Unterschied? Kannst du den Abstand wahrnehmen, den du zu deinem Gefühl, deinen Gedanken herstellen kannst?

Durch die Formulierung “Da ist…” kommst du bewusst nicht in die Identifikation mit der Situation, deinem Gefühl, deinen Gedanken oder deinen körperlichen Reaktionen.

Um diese Nicht-Identifikation noch zu verstärken, versuche alle Gefühle und Gedanken oder Körperreaktionen wahrzunehmen ohne sie zu bewerten und sage dir „Ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin nicht meine Gefühle, ich bin nicht meine Körperreaktion. Ich kann mich anders entscheiden.“

Und am Ende wirst du die Klamotten vielleicht hängen lassen und heute Abend auf Salat verzichten oder doch noch in einen anderen Laden gehen. Es liegt an DIR, dich anders zu entscheiden.

Wann hast du dich in so einer Situation wiedergefunden und was hat dir geholfen (oder nicht), um dich anders oder bewusster zu entscheiden? Schreib mir gerne einen Kommentar!

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