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Manchmal hänge ich meinen Gedanken nach und plötzlich taucht eine Situation in meiner Erinnerung auf, in der ich einen Fehler gemacht habe. Schlagartig werde ich in die Situation zurückversetzt, bekomme Herzrasen und schäme mich in Grund und Boden.

Was mir hingegen nie passiert, ist, dass ich mich einfach so an eine Situation erinnere, in der ich vor Kompetenz geglänzt habe! Ich könnte ja auch mal mit stolzer Brust und einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend laufen.

Aber nein, Fehler und Misserfolge, das sind die Momente, die uns in Erinnerung bleiben und unser Selbstbild prägen. Wenigstens für den Moment.

Manchmal kann das Gefühl des Versagens jedoch so groß werden, dass unser Selbstvertrauen ganz klein wird.

Mir ging es einmal so. Bei meiner letzten Stelle musste ich häufig öffentliche Veranstaltungen organisieren mit Gästen, die Vorträge hielten, und einem Publikum, das durchaus anspruchsvoll sein konnte.

Ich habe es gehasst. Wenn ich an die nächste Veranstaltung dachte, brach mir der Schweiß aus. Ich hatte enorme Angst, bei der Organisation etwas zu vergessen, durcheinander zu bringen, Informationen nicht aktuell zu halten, schlicht zu versagen.
Mein ganzer Stress und meine Angst hingen an dem Gedanken „Ich bin nicht gut im Organisieren, ich bin vergesslich und zerstreut.“

Ich habe mir Checklisten gemacht, habe Selbstmanagement Tools ausprobiert, und dennoch, keine Veranstaltung ist im Vorfeld zu 100% glattgelaufen. Was war los mit mir?

Irgendwann kam ich dahinter, dass es am Umgang mit meinen „Fehlern“ lag. Ich habe mich für jeden Fehler verurteilt. Ich habe mir kein Stück mehr über den Weg getraut und habe versucht, alles zu kontrollieren. Habe mich vor anderen geschämt und alle Verantwortung für mein Misslingen auf mich genommen. Der Druck, den ich auf mich selbst ausübte, war enorm.

Verantwortung für sich übernehmen

Wofür ich keine Verantwortung übernommen habe, war mein Umgang mit mir selbst. Es kam mir nicht in den Sinn, wohlwollend und mitfühlend mit mir zu sein (mit anderen fiel mir das nicht schwer). Ich habe mich auch nie gelobt, wenn mir etwas gelang. Geschweige denn, mich an Situationen erinnert, die ich gut gemeistert habe. Dabei ist genau das ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstvertrauen und Selbstliebe – das wahrzunehmen, was gut lief.

Und ich habe keine Verantwortung dafür übernommen, mich über jeden Fehler zu freuen! Ja, du liest richtig – es heißt ja nicht ohne Grund, dass man aus Fehlern lernt. Ich gebe zu, der Spruch ist etwas verbraucht.

In einem meiner Seminare hat eine Teilnehmerin den Satz anders formuliert: „Wenn ich einen Fehler mache, dann hatte ich lediglich nicht genug Wissen, um den Fehler nicht zu machen.“

Großartig, oder? Ich kann aus einem „Fehler“ also nur profitieren (womit es schon kein Fehler mehr ist). Durch Fehler eigne ich mir mehr Wissen an und erweitere meine Handlungsmöglichkeiten. Vorausgesetzt, ich verurteile mich nicht dafür und kann das Positive im Scheitern erkennen.

Und selbst, wenn du etwas falsch gemacht hast, was du eigentlich im Schlaf kannst, hat dir lediglich nötiges Wissen gefehlt. Das Wissen, die Tätigkeit in diesem Moment aufmerksam, konzentriert und achtsam durchzuführen. Denn die meisten Fehler passieren uns, wenn wir genau im Gegenteil sind – unkonzentriert, mit unserer Aufmerksamkeit bei mehreren Dingen gleichzeitig. Wenn wir uns ablenken lassen und nicht achtsam sind. Wenn wir nicht das wahrnehmen, was gerade ist.

Sei wohlwollend mit dir selbst. Übe dich darin, indem du dir immer wieder die Situationen in Erinnerung rufst, die du gemeistert hast. Klopfe dir ruhig ab und zu mal auf die Schulter und sage dir: “Gut gemacht!”
Und sei dir bewusst, dass du an jedem Fehler, jedem Missgeschick und jedem Scheitern wächst.

Meine Veranstaltungen sind am Ende übrigens immer super gelaufen. Manchmal auch deshalb, weil ich eine meiner Fähigkeiten einsetzte – mein Improvisationstalent. Dass ich über diese Ressource verfüge, ist mir allerdings auch erst bewusst geworden als ich wohlwollend mit mir umgegangen bin.

Wie gehst du mit Fehlern um?

Image by silviarita from Pixabay

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